Meine Tätigkeit als Maler

Auf diesem Wege möchte ich mein künstlerisches Schaffen einer interessierten Öffentlichkeit vorstellen. Ich verstehe mich als Bildermacher und bin seit ca. 30 Jahren mit dieser Tätigkeit beschäftigt. Ich selber schätze meine Malerei als ein Novum in der Kunstszene ein, weil ihre Entstehungsweise auf drei Säulen fußt, nämlich der Kombination aus drei Arbeitsprozessen, die jeweils unterschiedlichen kreativen Schaffensbereichen entstammen. Die fertigen Bilder sind somit Drillingsgeschöpfe und setzen sich zusammen aus:

  • der malerischen Gestaltung;
  • der Fotographie und
  • der digitalen Bearbeitung der „Rohlinge“ mittels Photoshop Elements 9.

Am Ende können die digital vorliegenden Bilder mittels fineart-Druck auf Leinwand gebracht werden (bis 100 x 150 cm).

Ich möchte kurz auf die drei Arbeitsprozesse, die zum fertigen „Gemälde“ führen, eingehen:

Beginnen wir mit dem Malen: Hier benutze ich gestalterische Mittel, die seit über 100 Jahren in den entsprechenden Fachkreisen bekannt sind, an Hochschulen gelehrt und in diversen Anleitungsbüchern dargestellt werden. Ich zähle sie an dieser Stelle einmal auf: Tropf-, Gieß-, Schwamm-, Schabe-, Stempel-, Spritz-, Fließ-, Schleiftechnik, Freestyle-Malen und viele Mischtechniken. Mit Hilfe dieser eben genannten Methoden produziere ich eine Farb-Form-Matrix auf Fotokarton oder Leinwand, gewissermaßen eine Art Ur-Suppe. Sodann bewaffne ich mich mit meiner Kamera, einer Pentax K5 Spiegelreflex, und gehe auf die Pirsch nach Motiven.

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Im Grunde genommen folgt meine Malerei der Tradition klassischer abstrakter Maler – ich nenne da Jackson Pollock, Sam Francis, Fred Thieler, Paul Jenkins usw. usw. Sie beruht einerseits auf bewusster Gestaltungsaktivität und zweitens auf gelenktem Zufall. Manchmal versuche ich, eine bestimmte Idee zu realisieren – z.B. Florales zu malen – manchmal intendiere ich inhaltlich kein bestimmtes Motiv, sondern baue auf die „Selbstorganisation“ von Farben und Formen. Ich vertraue auf den Zufall, dem Glückstreffer aus der Lotterietrommel, und bin erfreut, wenn sich eine schöne oder merkwürdige oder surreale Konstellation herauskristallisiert hat.

Das gemalte Zwischenprodukt, die Matrix, für meine späteren Farbgrafiken bezeichne ich scherzhafterweise als „Streuobstwiese“. Auf ihr tolle ich herum und fische nach Bildern. Ohne das auswählende Auge der Kamera und die Möglichkeit, noch im Fluss befindliche Bildmotive digital zu bannen, gäbe es meine Grafiken nicht.

Der dritte Schritt hin zum fertigen Bild besteht aus einer anspruchsvollen Prozedur am Computer. Mithilfe von Photoshop Elements 9 verändere ich manchmal den Farbton, erfinde neue Farbkombinationen, schärfe die Grafik, erhöhe oder vermindere die Kontraste, dämpfe zu helle Stellen, lasse Details fort, übermale störende Partien, erfinde Neues. Das fertige Digitalfoto (früher waren es Dias) kann sodann von einer Firma auf Papier oder Leinwand als Inktjet- Druck in fast jeder beliebigen Größe als Gemälde hergestellt werden. Soweit die technische Seite.

Im Laufe meiner 30jährigen Aktivität als Bildermacher haben sich – inhaltlich gesehen – bestimmte Bildmotive herauskristallisiert, die immer wiederkehren:

  • Streifen, Stelen, Bänder
  • Surrealistisches
  • Abstrakte Bilder
  • Surreale Landschaften, bzw. Jakobswege
  • Florales
  • Holzbretter!

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Der Schwerpunkt meiner Arbeiten liegt allerdings auf den surrealen Motiven.

An diesem Punkt habe ich ein besonderes Anliegen: Ich möchte die in der Kunstgeschichte nie endgültig geklärte Frage, ob es einen abstrakten Surrealismus gibt, durch die besondere Gestaltung meiner surrealen Exponate – es existieren inzwischen ca. 600 Stück davon – bejahen helfen und mich selber mit Hilfe meiner Arbeiten zum Verfechter dieser Idee machen.

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Im Gegensatz zum klassischen Surrealismus (Breton, Max Ernst, René Magritte, Dali) finden sich bei Paul Klee, Wols, Miro, André Masson usw. deutliche Ansätze in Richtung abstrakter Surrealismus. Es ist vielleicht nützlich, die Erkennungszeichen für diese Art von Malerei einmal zusammenzustellen und mithilfe folgender Kriterien zu beschreiben.

  • Das abstrakte surreale Bild strahlt eine gewisse Rätselhaftigkeit aus und enthält manchmal absurde Objekte, die es in der Realität so nicht gibt.
  • Das Bild löst gelegentlich Überraschung aus, da es verwirrt.
  • Die dargestellte Szenerie wirkt häufig traumhaft-unwirklich, so, als gäbe es hinter der realen Welt noch eine zweite, nicht definierbare.
  • Das Bild verstößt gegen übliche Sehgewohnheiten.

Die eben aufgezählten vier Kategorien – einzeln oder im Verbund – sind häufig in der Lage, Gefühle aus dem Unbewussten aufsteigen zu lassen, das Unbewusste anzusprechen, ohne dass dem Träger der Adressat für diese Emotion vor Augen tritt.

Neuerdings gestalte ich – als Hommage an Max Ernst – sog. Holzbretter-Bilder.

Der berühmteste aller Surrealisten hat das Holzbrett für seine Gemälde und Zeichnungen entdeckt und verwendet – und damit in die Malerei eingeführt. Er nahm alte, von Zeit, Regen, Wind und Wetter bearbeitete Bretter oder Holzdielen, legte ein Bogen Papier darauf, ging mit einem weichen Stift darüber hinweg und pauste so ihre besondere Struktur durch. Dieses Verfahren ist unter dem Namen „Frottage“ in die Kunstgeschichte eingegangen.

Mich hat die Maserung in geöffneten Holzstämmen schon immer fasziniert, diese niedergelegten Dokumente pflanzlichen Wachstums. Was wären die Menschheit und ihre Bauten ohne den Werkstoff Holz, jenes unentbehrliche Geschenk der Natur, das mit seinen Wäldern einst den halben Planeten überzogen hat. Ich versuche seinen Mustern Farbe zu geben, um damit seine verborgene Seele für das menschliche Auge sichtbar zu machen.

Im Unterschied zu Max Ernst beschere ich dem Holz durch Zugabe von Farbe eine magische Qualität. Ich transferiere es aus dem Realen in eine andere Dimension und verleihe ihm dadurch eine besondere Wertschätzung.

An meinen Streifenbildern fasziniert mich die Variabilität eines so einfachen Gebildes.

Streifen: - gibt es überhaupt eine simplere Form als nebeneinandergereihte dicke Gerade? Mitnichten kann ich da nur sagen! Die Vielfalt möglicher Ausdrucksformen für dieses Motiv ist unübersehbar und überrascht immer wieder. Sie stachelt die Phantasie an, noch einmal und wiederholt Dasselbe in eine neue Farb-Form-Konstellation zu gießen.

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Ein Wort zu den floralen Bild-Motiven:

Schon seit der Frühzeit unserer menschlichen Rasse existieren auch Darstellungen von Gewächsen. Jahrhundertelang gehörten Still-Leben mit floralen Arrangements zum künstlerischen Repertoire berühmter Maler. Blumenbilder schmückten und schmücken noch heute viele Wohnzimmer in aller Welt. Aber ehrlich gefragt: kann man auch heute noch Pflanzen und Blumensträuße malen, ohne unter Kitschverdacht zu geraten?

Ich glaube: eher Nein!

Ein Künstler, der Florales naturalistisch abbildet, wird nicht mehr ernst genommen. Er passt nicht in unsere Zeit. Und doch ist das Ausklammern dieses Naturbereiches aus der Kunst für mein Empfinden ein herber Verlust. Aber Gott sei Dank gibt es da einen Ausweg, nämlich in Form des abstrakten Umganges mit dieser Materie. Auf einem Bild darf gerade noch so viel an: Chlorophyll, Baum, Strauch, Kraut oder Blüte zu erkennen sein, dass der Betrachter sofort die Assoziation: „Aha, Pflanzliches!“ bekommt. Es bedarf also einer Metamorphose. Im abstrakten Gewand sind auch Pflanzen heutzutage salonfähig. Das kann für den Maler sogar von Vorteil sein, weil es seinen Freiheitsspielraum erweitert. Abstrakt zu malen schafft fast unendlich viele Varianten der Gestaltung.

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf die surrealen Landschaften zusprechen kommen. Ich nenne sie neuerdings Jakobswege.

Alle Welt pilgert heutzutage auf Jakobswegen. Es gibt sie in jedem europäischen Land. Man muss nicht unbedingt gläubig sein, um das Endziel in Spanien, Santiago de Compostela, erreichen zu wollen. Für viele ist der Weg das Ziel: abschalten, für Wochen aussteigen aus der Hektik des Alltags, zu sich selber kommen. Bilanz ziehen über das eigene Leben.

Für manche Menschen aber führen Wege in die Welt der Transzendenz, sind Symbol für etwas, was unser Begriffsvermögen übersteigt. Sie münden in den Tunnel, an dessen Ende uns ein überirdisches Licht und ganz viel Hoffnung erwarten.

Etwas Ähnliches mag der schottische Poet John Burnside (beschrieben von Gregor Dotzauer) gedacht haben, als er meinte:

Es gibt ihn diesen Schauder, „der aus nichts anderem erwächst, als dass die Paradies-Straße am Horizont endet und ein namenloses Dahinter verspricht“ (Zitat Ende). Woher kommen wir, wohin gehen wir? Was ist jenseits der Hügelkette?

Aber wie erfindet man Jakobswege, die alles offenlassen für die Vorstellungswelt des Beschauers, die so unbestimmt und vieldeutig bleiben, dass die Phantasie noch genügend Spielraum hat für Eigenes? Ich glaube, das geht nur über die abstrakte Malerei.

Anbei finden Sie – zu Anschauungszwecken – mehr als ein Dutzend meiner Bilder, jeweils 3 bis 5 aus den dargestellten sechs Kategorien.

Es wäre schön, wenn sich Kunsthändler oder kunstbeflissene Laien für meine Malerei interessierten. Auf dem Wege über diese website versuche ich außerdem einen Galeristen zu finden, dem ich mein malerisches Gesamt-Lebenswerk (circa 4000 Exponate) anvertrauen könnte.


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